Freitag, 17. September 2010

Patti Kristina Barcelona - Die Saga beginnt.

Aus gegebenem Anlass empfehle ich den geneigten LeserInnen sich in eine Art Zeitmaschine zu setzen oder einfach die Augen zu schließen und sich das Barcelona des Jahres 2010 vorzustellen, was den plötzliche Szenenwechsel dieses Blog erklärt.

Protagonistinnen: Patti (das bin ich), Kristina und das ist natürlich Barcelona. Alles verarbeitet an genau dieser Stelle in einer Art virtuellem Briefbuch. Viel Spaß!

Patti:

Nach Chaos, Wahnsinn und Gesang war der Tag nun gekommen.


Kristina:

Ein lauer Sommerabend in Barcelona, Spanien. Es ist 23.30 Uhr. Zwei dunkle misteriöse Gestalten schließen sich vor der Caja Bank am Plaza Catalunya nach monatiger Abstinenz voneinander in die Arme. Das Desaster kann beginnen.

Mit flottem Schritt ab zum Hostel im populären „Nuttenviertel“ der Touristenstadt, wo wir unseren Mitbewohner Nico kennenlernen. Ein sehr ernster Zeitgenosse im weißen Ralph Lauren Shirt, der sich dennoch mit uns anfreunden möchte. Nach kurzer Stylingaktion und genug Konversation mit Nico, ziehen wir los. Es ist ja ca. 1 Uhr. Die Primetime, um in das spanische Nachtleben zu starten.

Nach gefühlten 4 Stunden umherirren, fanden wir das ein oder andere Pub. Sobald wird uns setzten, hieß es „Sorry,we’re closing“. Zu guter letzt lassen wir uns an einem sehr touristischen Platz nieder. Hier ist man noch gewollt uns Bier auszuschenken. Allerdings werden wir nach dem ersten Nippen daran erinnert, dass auch diese Bar in 10 Minuten schließen wird.

Gut, wir haben es schließlich akzeptiert, dass man uns in dieser Nacht keine wilden Erlebnisse mehr gönnen wollte. Somit entschlossen wir uns doch ein illegales Bier auf der Straße zu kaufen und ließen uns schließlich auf einer Bank an einer Bushaltestelle nieder, um endlich die letzten Monate Leben aufzuholen. Was soll ich sagen? Auch dies war uns nicht gegönnt, als eine Mittvierzigerin, stark alkoholisiert, ihren Hintern auf die Bank presste und uns unmissverständlich klar machte, dass wir noch etwas rutschen sollen, damit auch ihre gerade ergatterte Barbekanntschaft (ein Mittsechziger, der gemäß seiner Stimme nicht nur 2 Packungen Zigaretten am Tag raucht) auch noch Platz auf unserer gemütlichen Insel hatte.

Auf unserem Heimweg wurde uns entweder hinterhergepfiffen und „sexy“ gerufen, „Marihuana, Haschisch, Heroin“ angeboten oder wir wurden auf deutsch mit „Wichser, F****, Schlampe“ beschimpft. Scheint normal zu sein, nachts um halb 4, im besagten Viertel die katellonischen Hauptstadt.

Patti:

Man/frau wird sich fragen, ob es einen gelungeneren Einstand geben kann? Der wildromantische erste Abend wurde freilich noch durch weitere kleine Episoden abgerundet. Sehr anrührend etwa Kristinas Naivität, was die hiesige Faune betrifft:

Kristina: „Oh guck mal, da ist ein kleiner Frosch!“ (Stille und Entsetzensschrei) „Igitt, das ist eine Kakerlake!“

Und statt bei Kerzenschein und spanischer Flamenco-Musik saßen wir im Spotlight des supermodernen Bushäuschens, um uns herum Betrunkene, Müllabfuhr und Dunkelheit. Ganz ehrlich: Nirgendwo in Deutschland kann das romanisch wirken, aber was ist schon Romantik? Ein Dosenbier, 25 Grad und Palmen können hier alles andere unwichtig erscheinen lassen.

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