Reisen (althochdeutsch: risan = aufstehen, sich erheben) ist die Sehnsucht nach der Ferne, dem Unbekannten, dem Abenteuer oder einfacher gesagt dem Leben.
Mittwoch, 25. August 2010
Der Kniefall von Oberkassel oder Das Martyrium der Heiligen Patrizia
Die Heilige Patrizia ist die Patronin von Neapel und Schutzheilige der Pilger. Der Legende nach war sie eine Verwandte des Kaisers Konstans II. und lebte im 7. Jahrhundert an dessen Hof in Konstantinopel. Um einer Zwangsheirat zu entgehen, floh sie nach Rom. Dort ließ sie sich zur Jungfrau weihen, verschenkte ihre Besitztümer und begann eine Pilgerfahrt ins Heilige Land. Auf der Reise geriet ihr Schiff in Seenot und sie landete in Neapel. Dort starb sie am 25. August um 665, was auch ihr Namenstag ist.
Ihre Gebeine wurden angeblich 1549 gefunden und in dem Basilianerkloster Ss. Nicandro e Marciano untergebracht. Später entstand hier ein Frauenkloster, das den Namen Patricias trug. Über ihr Blut wird gesagt, das es sich immer noch regelmäßig verflüssigt, ähnlich dem des Heiligen Januarius.
(Quelle: http://www.heiligenlexikon.de/BiographienP/Patricia.htm)
Wer glaubt, derlei Namenstage und Heiligengeschichten seien ins Land der Mythen und Mären zu verbannen, dem sei gesagt: Das "Blutwunder" hat heute eine Neuauflage gefunden!
Nachdem ich diesmal guter Dinge vom Archiv aufbrach, wild entschlossen noch eine letzte kleine Tour mit Geoffrey zu machen, bevor Regen und Ungemacht über uns hereinbrechen, fand ich mich schnell auf der anderen Rheinseite wieder, magisch angezogen von einem Eiswagen.
{Eiswagen, die: Eine großartige und leckere Erfindung! Leider ist es mir in Gießen bis jetzt nie gelungen einen solchen zu verorten, da vermutlich eher auf dem Land angesiedelt. Auf meinen Radtouren in und um Düsseldorf stoße ich allerdings ständig auf welche, was mich jedes Mal zum Anhalten und Eis essen verlockt - fatal fatal fataaaaaal! Ich fordere für die Zukunft also standesgemäß statt eines Getränke- oder Ausrüstungswagens wie man sie von der Tour de France kennt, einen Eiswagen, der mich auf meinen halsbrecherischen Touren begleitet! :D]
Da ich schonmal auf der anderen Rheinseite war, beschloss ich ins Stadtteil der Schönen, Reichen und Fußballer (Oberkassel) zu ziehen um dort ein wenig meinen Träumen von zukünftigem Reichtum und Highlife nachzugehen.
Doch soweit kam es erst gar nicht. Geoffrey, der sich heute äußerst launisch und bockig gab, nahm eine Bordsteinkante zuviel mit und ehe ich es mich versah, lag ich auf meinen Knien vor den imaginären Toren des gelobten Landes. Geoffrey in Unordnung, Hose kaputt, Knie aufgeschlagen. Ein älterer Herr half Geoffrey und mir dankenswerter Weise auf und auf meinem zerknirschten Heimweg kam mir das heutige Datum wieder in den Sinn: Das Martyrium einer (SChein-)Heiligen neu aufgelegt? Entsprechende Stigmata: Vorhanden! Das "Blutwunder": Oh ja, das Blut floss in Strömen! Schutzpatronin der Pilgernden? Durchaus, da ich doch unbestritten sehr viele Orte in sehr kurzer Zeit besuchte, mich oft ra(s)tlos fühlte und ein unheilbares Fernweh mich stetig weiterzog.
Zufrieden mit diesem Ergebnis gab es nun nur noch eins zu tun: Da ich offenbar dem Alter entwachsen war, in dem einem fremde Menschen den Kopf tätscheln, Gummibärchen schenken und einem versprechen, dass nach der Hochzeit mit einem netten Mann alles vergessen ist, beschloss ich mich selbst zu trösten: Aus den Gummibärchen wurden Smarties und aus den Smarties ein beachtlicher Zuckerschock! SMARTIE ON! ;)
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