Solche und viele weitere Impressionen begleiteten mich auf meinem gestrigen Tagesausflug ins Vest Zons auf der gegenüberliegenden Rheinseite südlich von Düsseldorf.
Wer sich an dieser Stelle über diesen eigentümlichen Ortsnamen wundert, dem sei gesagt, dass es sich um einen historisch zu erklärenden Begriff handelt, der im Mittelalter ein Gericht mit dem dazugehörigen Gerichtsbezirk bezeichnete. Das Vest Zons wiederum ist nun tatsächlich eine der best erhaltensten mittelalterlichen Städte im Rheinland mit etwa 5300 Einwohnern und somit einem recht ländlichen Charakter.
Ebenso wie Kaiserswerth handelt es sich seit 1463 um eine Pfandschaft, die dem Kölner Erzbistum zuteil wurde. Ebenso wie Kaiserswerth wurde hier der Rheinzoll erhoben, was es natürlich zu einem begehrten Angriffsziel für Truppen und Obrigkeiten in Geldnot machte... Die Belagerungen, die Pest und mehrere Stadtbrände setzen der Stadt so zu, dass sie im 17. Jahrhundert völlig verarmt.
Heutzutage ist die Stadt freilich Pilgerort für Touristen und Wochenendausflüge.
Auch Geoffrey und mich zog es dorthin, wobei ich ursprünglich den wahnwitzigen Plan hegte, noch Schloss Burg an der Wupper südöstlich von Düsseldorf aufzusuchen, was sich allerdings als utopisch herausstellte, nachdem die Wirren der innerstädtischen Radwege und meine eigene Verwirrung mindestens fünf Kilometer mehr bedeuteten.
[Verwirrung, die: ein vor allem in akademischen Kreisen verbreiteter Virus. Das weit verbreitete Ansicht, dass AkademikerInnen sich nur schwer im realen Leben zurechtfinden und behaupten können, hat sich mir schon mehr als einmal bestätigt. In meinem Fall sind die Symptome vor allem akute Vergesslichkeit, gelegentliche Desorientierung und daraus resultierendes Chaos. (siehe Chaos, das und Vergesslichkeit, die aus der Serie "Monster des Alltags")]
Vergesslichkeit, die: ist ein Lebenskünstler und tut was sie will. Gemäß ihrem freiheitliebenden Naturell reist reist sie mit leichtem Gepäck und wirft weg, was ihr oder ihrem Opfer unbequem ist. Man braucht doch nicht viel, um glücklich zu sein. Oder war da noch was?
Chaos, das: ist trotz seines Namens ein sehr ordentliches und kontrolliertes Monster. Mit seinem scheinbar unberechenbaren Gehabe versucht es nur, sich interessanter zu machen. Doch natürlich sind "liebenswerte Chaoten" niemals liebenswert.Zum krönenden Abschluss verirrte ich mich nochmal ein wenig in Benrath, was eigentlich ja schon ein Stadtteil von Düsseldorf ist und dessen Schloss ich bereits vor Monaten einmal besuchte (So auch diesmal.) und fand.
Mein sechs Stunden Ausflug endete dann jedoch glücklicherweise mit einem griechischen Salat und Lahmacun mit Schafskäse und Salst auf dem Hotelzimmer, wo ich meine müden Glieder von mir streckte und mal wieder eine amerikanische Tv-Serie zu ihrem Ende brachte (Soll auf jeden Fall ungenannt bleiben, xoxo lässt grüßen. Genug der Anspielung. ;p).
Verständlich, dass ich nach all der Anstrengung und Aufregung den heiligen Sonntag nichtstuend verbringe - bis jetzt korrespondierend und virtuell surfend im Hotelzimmer, gleich vermutlich mit Nahrungsaufnahme und einer kurzen Stippvisite am Rhein.
Apropos Rhein: Hier folgen nun einige Fotos von meinem Ausflug. Ansonsten könnt ihr euch schonmal auf großes Kopfkino meinerseits freuen - alles was der Alltag im Archiv eben so mit sich bringt...
:) Wow auch ein Blog... ich würde es gern gut-alles lesen, aber heute war ich genug am Laptop! :) Du hast eine Mail...! hehe :) bis bald!
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